Veranstaltungsreihe

Liebe Interessierte,

im Wintersemester 19/20 wird die Hilfskräfte-Initiative an der Universität Kassel eine Veranstaltungsreihe anbieten, die insgesamt vier Veranstaltungen und einen Workshop umfasst und sich mit verschiedenen Interessenskonflikten an der Universität als Lern- und Arbeitsort auseinandersetzt. Darüber hinaus wollen wir auch über das Arbeitsfeld der Universität hinausblicken und es somit in Relation zu Arbeitskämpfen in anderen Betrieben und Branchen setzen.

Die erste Veranstaltung soll dabei dazu dienen, sich als Hilfskräfteinitiative vorzustellen. Dabei soll die bisherige Zielsetzung diskutiert und mit der Kampagne von der Berliner Initiative für den TV-Stud verglichen werden, um Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede hervorzuheben, und gemeinsam zu überlegen, welche Schritte notwendig sind um die Interessen studentisch Beschäftigter besser durchsetzen zu können.

In der zweiten Veranstaltung wollen wir uns dann beispielhaft einen anderen Arbeitskampf an der Universität Kassel anschauen. Dafür wollen wir eine*n Referent*in von Unikassel Unbefristet einladen um etwas über deren Kampagnenplanung und Erfahrungen in der Organisation von Unimitarbeiter*innen zu erfahren. 

Der Workshop zu Arbeitsrechten studentisch Beschäftigter soll dann als Extratermin dafür dienen, erste Handlungsmöglichkeiten auszuloten, die bereits genutzt werden könnten, um die eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Die dritte Sitzung soll dann Arbeitskämpfe unter prekären Arbeitsbedingungen thematisieren. Dafür wollen wir André Koch, den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden von der LiSA Lichtenau Service Agentur (ein internes Leiharbeitsunternehmen von Lichtenau e.V.) einladen, der es zusammen mit anderen Kolleg*innen schaffte, die Leiharbeiter*innen des Unternehmens zu organisieren und einen Betriebsrat zu gründen. Als Beispiel eines erfolgreichen Arbeitskampfes in einem schwer zu organisierenden Feld können wir auch hier wichtige Lektionen mitnehmen. Als abschließende Sitzung  sollen dann erfolgreiche Kämpfe an den Universitäten thematisiert werden. Dies wollen wir anhand der Studiproteste gegen die Einführung von Studiengebühren im Jahr 2006 exemplifizieren.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Unsere Forderungen

  • eine eigene Personalvertretung und gesetzliche Anerkennung als Personal (bisher fallen studentisch Beschäftigte in die Kategorie „Sachmittel“)
  • Transparenz: Informationen und Transparenz über Aufgaben, Verpflichtungen und Rechte von Hilfskräften bei jeder Vertragsschließung
  • regelmäßige Lohnevaluation und -anpassung (jährlich ca. 2,5%)
  • Aufklärung von Dozierenden über die Aufgaben, Rechte und Pflichten von Hilfskräften
  • Verpflichtende öffentliche Ausschreibung aller Hilfskraftstellen
  • keine sachgrundlosen Befristungen (auf 6 Monate) bei eigentlich langfristigen Beschäftigungsverhältnissen/Daueraufgaben
  • Urlaubsanspruch bzw. Vergütung nicht wahrgenommener Urlaubsansprüche umsetzen
  • Arbeit im Krankheitsfall darf nicht unentgeltlich nachgeholt werden
  • Klausurmittel deutlich erhöhen und entsprechend der tatsächlichen Arbeitszeit vergüten (aktuell arbeiten die meisten Tutor*innen bei der Korrektur unter dem Mindestlohn, teilweise deutlich)
  • klare und faire Arbeitszeitregelungen anstatt von Stundenzetteln, die entsprechend der vereinbarten Stunden zurechtgeschummelt werden
  • Schaffung von Kontrollinstrumenten, damit Vorgaben zu studentischen Beschäftigungsverhältnissen an den Fachbereichen eingehalten werden
  • einheitliche und verbindliche Regelungen statt fachbereichsinterner Absprachen und Abhängigkeiten vom jeweiligen Vorgesetzten